Seniorenferien im Schwarzwald


Mein Blick gleitet aus dem Dachfenster des „Hirschen“ in St. Märgen. Eben tauchen die ersten Strahlen der milden Junisonne die beiden Kirchtürme der Klosterkirche in ein zartes Mango. Dahinter liegen die vielen Wälder des Schwarzwaldes, aufgelockert von hellgrünen Wiesen mit den typisch alemannischen Bauernhöfen. Mein Blick schweift über die liebliche Landschaft bis hin zu den runden Höhenzügen des Feldberges.
Gerade schlägt die Turmuhr siebenmal: Der letzte Morgen unserer Seniorenwoche hat begonnen; heute ist schon wieder Abreisetag! Ja, wir haben hier schöne Tage erleben dürfen. Wie jedesmal verging die Zeit dabei im Fluge. War es nicht gerade erst noch, als unsere Gruppe im Hotel Hirschen angekommen und von der Familie Hättich gastfreundlich aufgenommen wurde? Haben wir nicht eben den Ausflug ins benachbarte Zähringerstädtchen St. Peter unternommen und auf dem Dorfplatz das Wappen von Burgdorf entdeckt? Und dann die Fahrt zu Deutschlands höchsten Wasserfällen und die Suche nach einer der grössten Kuckucksuhren, welche uns schliesslich so hungrig machte, dass wir dankbar waren, um die grossen Schwarzwäldertortenstücke bei unserm Zvierihalt. Ganz zu schweigen von unserm Ausflug ins belebte Titisee und der gemütlichen Bootsfahrt auf diesem blaugrün schimmern-den „Ozean“. Ist alles schon wieder vorbei?
Die vielen guten Begegnungen und Gespräche, das Morgenturnen und die Andachten zum biblischen Buch „Ruth“. Die unterhaltenden Abende mit einem informativen Besuch des Gemeindeschreibers, der spannenden Filmvorführung „Vitus“, dem lustigen Lottospiel und natürlich der letzte Abend mit Lothar und Brigitte, dem Ehepaar, das uns fröhliche Stücke auf ihren Akkordeons spielte. Und ganz zum Schluss dann noch die originelle Preisverleihung des „goldenen Hirschen“, bei der jede(r) der 26 TeilnehmerInnen ausgezeichnet wurde. Ja, wir haben auch viel gelacht in dieser Woche, fast nicht zu glauben, oder doch? Ist das alles schon wieder Vergangenheit?
Ein neuerlicher Glockenschlag reisst mich aus meinen Gedanken. Ein wenig wehmütig trenne ich mich vom schönen Ausblick und schliesse das Fenster. Es ist keine Frage: Wenn es nun wieder auf den Heimweg geht, dann nehmen wir wohl alle mit grosser Dankbarkeit viele schöne Erinnerungen mit. Auf Wiedersehen im Schwarzwald?!
Stephan Sauter