Zehn Jahre Kirchgemeinde Hasle -
ein Interview mit Pfarrer Hannes Müri
Am 1. Mai 1998 hast Du die Arbeit im Pfarramt Hasle aufgenommen.
Magst Du dich noch an den ersten Tag hier erinnern? Was erlebtest Du damals?
Als Begrüssungszeichen bekam ich vom damaligen SDM Christian Kopp Salz und eine brennende Kerze, was mich als Zeichen sehr freute. Später wurde bereits die erste Beerdigung angemeldet. Dann musste ich mich orientieren, wie Telefonbeantworter und Fax etc. zu bedienen sind. Am Nachmittag nahm ich an der Abschiedsfeier meines Vaters teil, der an diesem Tag pensioniert wurde.
Was hat sich verändert in den letzten zehn Jahren hier in Hasle?
In Deiner Arbeit?
Durch die heutigen technischen Möglichkeiten von E-Mail und Internet hat sich vieles verändert. Verschiedene Dinge sind im Laufe der Jahre durch meine wachsende Erfahrung und eine Art Routine einfacher geworden. Eine wertvolle Neuerung hat die Schaffung der Teilzeitpfarrstelle gebracht. Was vorher eine gute Zusammenarbeit mit dem SDM war, ist nun zur Arbeit im Team mit Ergänzung und Entlastung durch meinen Pfarrkollegen geworden. Ich mag mich noch gut an jenen Frühling erinnern, in dem es 20 Beerdigungen gab!
Und privat?
In unserer Familie hat ein Generationenwechsel stattgefunden. Unsere Grosselterngeneration ist nicht mehr. Auch meine Mutter ist gestorben. Ich habe vom Sohn-Sein ins Vater-Sein gewechselt. Durch unsere 5 Kinder hat meine Verantwortung zugenommen und ich bin in der Rolle als Vater gefordert. Durch die Kinder gibt es aber auch gute Kontakte zu anderen Eltern. Ich muss sagen, ich bin in Hasle auch ein Stück weit heimisch geworden.
Kannst Du dich noch an eine humorvolle Episode erinnern?
Ich wurde einmal angefragt, ob ich Reiseleiter sein könnte für die Nachfahren der Familie Schweizer. So fuhr ich als Begleiter eines holländischen Cars mit amerikanischen Touristen aus Kansas die Haarnadelkurven zur Wildenegg hinauf und besuchte mit ihnen den Bauernhof, den nun Familie Ruch bewirtschaftet.
Was war ein besonderes Highlight für Dich im Rückblick?
Die Taufe von zwei Erwachsenen am 8. August 2004 in einem Pool. Die Freude war gross und die Akzeptanz bei den Leuten ebenfalls. Im weiteren gab es für mich immer wieder Highlights: Gottesdienste, in denen die Freude so richtig spürbar wurde, die Entstehung des Bistro C, verschiedene Feste und auch einfach die kleinen Sachen, die gelungen sind.
Welchen Wunsch für die Zukunft hast Du für Deine Arbeit und für die Gemeinde Hasle?
Es gibt noch etliches zu tun, deshalb möchte ich gerne noch etwas „weiterfahren“. Ich möchte Leute anstecken können mit der Freude an Jesus Christus, mit dem Vertrauen auf ihn, mit dem Trost; damit sie getragen werden in allen Lebenssituationen. Konkret könnte dies heissen: Jugendgottesdienste aufbauen, Glaubenskurse anbieten und weitere Veranstaltungen im Bistro durchführen.
Hast Du einen persönlichen Wunsch für die Zukunft?
Ich möchte gerne die Freude bewahren, mehr Gelassenheit bekommen in der Arbeit und mehr Vertrauen gewinnen. Und ausserdem möchte ich wieder einmal mit meiner Frau Ruth ein paar Tage in die Ferien!
Danke Hannes fürs Interview.
Dorothe Sauter