Die Kinder der Sonntagschule Hasle samt ihren erwachsenen Begleitern verwandelten sich für ein Wochenende in waschechte Indianer und erlebten im Tipidorf Spränzel bei Arni zwei tolle Tage!
Am frühen Samstagnachmittag, dem 28. Mai, bestimmten für einmal nicht Pendler und Gymnasiastinnen das Bild des Bahnhofes Hasle-Rüegsau, sondern eine grosse Schar kleiner Indianer, ausgestattet mit Federn, bunten Bemalungen und passenden Kleidern. Mit Zug und Postauto reisten sie auf die Hinteregg, wo ihr Ziel, das Tipidorf Spränzel, nicht mehr fern war. Nachdem alle ihren indianischen Namen auf Leder eingraviert und daraus ein Namensschild gebastelt hatten, war hoch zu Ross eine Späherin zur Stelle, die den Stamm zu den Zelten führte. Gemäss den Anweisungen von Häuptling Starker Büffel wurde nun der Lagerplatz eingerichtet.
Während sich die einen beim Versteckspiel oder beim Fussball vergnügten, bereiteten andere das Nachtessen vor: Das gebratene Fleisch samt den fein duftenden Forellen, die noch vor kurzer Zeit quicklebendig im Brunnen geschwommen waren, schmeckte herrlich! Es gab neue Energie fürs Singen am Lagerfeuer sowie für die "Büffeljagd" (das Nachtspiel der Grösseren) und für die Spiele und die spannende Geschichte (auf dem Programm der Kleineren). Später schlüpften die Kinder - vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben - in ihren Schlafsack; die älteren Indianer hatten sich am verglühenden Feuer noch einiges zu erzählen und begaben sich dann auch in die Geborgenheit des Tipis...
Nach dem Zmorge nutzten viele die Gelegenheit, die nähere Umgebung auszukundschaften und die Pferde im Stall beim "Saloon" zu bewundern und zu tätscheln. Am Lagerfeuer wurden die vorgeschlagenen Lieder dann wieder mit Begeisterung gesungen. Weisser Mond verglich in einer kurzen Andacht die Rauchzeichen, welche die Indianer zur Verständigung brauchen, mit dem Gebet - unserer Möglichkeit, mit Gott zu reden. In den anschliessenden Workshops konnten die Kinder tun, was ihr Herz begehrte: Tomahawks, Pfeilbogen und Köcher herstellen und verzieren, indianischen Schmuck und Bänder basteln, Spuren und Pflanzen suchen und bestimmen. Die "Werke" aus den Gruppen wurden gebührend bewundert und ausprobiert. Das gab ordentlichen Hunger fürs Mittagessen!
Leider musste dann schon bald das Gepäck für die Abreise bereitgemacht werden. Beim Klang der grossen Trommel versammelte sich der ganze Stamm zur Abschlussrunde: Noch einmal wurde "Hey Ungawa!" gesungen und die Friedenspfeife herumgereicht. Auch der grosse Gott habe seinen Botschafter Jesus geschickt, um das Kriegsbeil zu begraben und mit uns Frieden zu schliessen, berichtete Silberner Fuchs. Dann brachen die Indianer auf... Am Bahnhof Hasle-Rüegsau lockte der Kiosk mit kühlenden Glacés - und somit begann die Rückverwandlung der indianischen in normale Emmentaler Kinder, die sich darüber freuten, dass wir (im Gegensatz zu den Indianern) Gefriertruhen besitzen... Aber ich nehme an, das "indianische Feuer" brennt in den Sonntagschülern noch ein wenig weiter.
Liebe Sonntagschulhäuptlinge, liebe Helferinnen und Helfer, wir danken euch herzlich für dieses begeisternde Wochenende!