Bis vor 50 Jahren waren Kirche und Pfarrhaus (welches wegen des sumpfigen Bodens in einiger Entfernung gebaut wurde) die einzigen kirchlichen Gebäude in Hasle. Die Kirche bereits vor der Reformation erbaut - hat die traditionelle West-Ost-Ausrichtung. Der Mensch betritt die Kirche von Westen her von der Tradition her die Seite der Nacht, des Sonnenunterganges und des Todes - und blickt gegen Osten Ort des Sonnenaufgangs, der Auferstehung, des Altars im Chor. Sämtliche älteren Kirchen wurden in dieser Ost-West-Richtung erbaut. Nun hat die Kirchgemeinde vor über 50 Jahren beschlossen, die Kirche weit herum sichtbar zu machen und einen Turm angebaut. So bekam die Kirche ein sichtbares und hörbares Zeichen unseres Glaubens und unserer Hoffnung.
Am 5. Mai 1957 wurde das „West-End“ feierlich eingeweiht. Zwanzig Jahre später kam das Kirchgemeindehaus dazu. Es steht im Osten der Kirche. So hat die Kirche im Osten einen Ort erhalten, wo die Auferstehung, die frohe Botschaft auf vielfältige Art gelebt wird. Das, was in der Kirche gesagt und gesungen wird, hat hier seinen Alltag; nein, nicht nur in den Gruppen, sondern auch wirklich: Es leben auch zwei Familien im Kirchgemeindehaus. Die Gruppen und Familien bilden so die vielen Glieder des Leibes Christi. Nun bekommt der „kirchliche Bezirk“ mit dem Umbau des Feuerwehrmagazins (am 4. Mai 1927 eingeweiht), einen Anschluss, ein „East-End“ und der „Vatikan von Hasle“ ist komplett.
Vor 50 Jahren der Turm, vor 30 Jahren das Kirchgemeindehaus und nun das Bistro C (wie Communauté): Es setzt neue Impulse für das Dorf und macht die Kirche, nicht nur wie der Turm äusserlich sichtbar, sondern auch „innerlich“ - durch gelebte Gemeinschaft. Dazu wird auch die Eröffnung mit einem grossen Feuerwehrfest am 25. und 26. August 07 beitragen.
Und noch etwas: Der „kirchliche Bezirk Hasle“ steht nicht isoliert in der Welt. Er wird durch eine Strassenkreuzung durchschnitten. Von allen Seiten führen Wege an diesen Ort, wo Lasten, Schuld und Trauer abgelegt werden können. Diese Wege führen aber auch in die Welt hinaus, um allen die gute Nachricht zu verkünden.
Alfred Müller